Altarmodell für die Stiftskirche Heilig Kreuz in Lüttich

Jean-Joseph Halleux (1815, Battice – 1876, Dinant)  
Lüttich, 1849
Terrakotta 
100 x 40 x 17 cm 
GC.REL.02f.2018.016237 
O 259/2018 

Altarmodell für die Stiftskirche Heilig Kreuz in Lüttich

Im Jahr 1847 wurde der Bildhauer von der Kirchenfabrik Heilig Kreuz beauftragt, neue Skulpturen für das gerade restaurierte Gebäude zu schaffen. 1849 legte er ein Modell für den Altar zu Ehren des hl. Hubertus vor, das später ausgeführt werden sollte. Die Statue des Heiligen sollte wie in einem Schmuckkästchen im prunkvollen Zentrum Platz finden, umgeben von Reliefs, die die wichtigsten Ereignisse aus seinem Leben zeigen.

Werke von Jean-Joseph Halleux in den Sammlungen der Museen der Stadt Lüttich 

Die bronzierte Gipsskulptur Kain aus dem Jahr 1858 wurde 1875 für die Sammlung der Schönen Künste angeschafft. Die gequälte Darstellung von Abels Bruder wird von einigen als der Höhepunkt seines Schaffens angesehen. Ebenfalls Teil der Sammlungen ist die weiße Marmorbüste von Godefroid Umé, dem aus der Provinz Lüttich, die der Künstler 1875 anfertigte und signierte. 

Während der derzeitigen Arbeiten an der Stiftskirche Heilig Kreuz bereichert ein aufgrund seiner Ausführung und Fragilität bemerkenswertes drittes Werk vorübergehend unsere Sammlungen: das Modell des Altars des heiligen Hubertus. Seit 2017 läuft ein umfassender Plan zur Untersuchung und Erhaltung der Bausubstanz der Stiftskirche. Einer schönen Tradition folgend wird ein bedeutender Teil des beweglichen Kulturerbes im Curtius-Museum verwahrt und ergänzt andere Werke, die sich schon seit Langem in den Sammlungen befinden. Eines davon, das Reliquien-Triptychon des Heiligen Kreuzes, ist dauerhaft im Museum ausgestellt. 

Altarmodell 

Bei diesem schlanken Modell aus Terrakotta handelt es sich um einen Altarentwurf von Jean-Joseph Halleux (1815–1876) für die Stiftskirche Heilig Kreuz.  

Im Jahr 1847 wurde der Bildhauer von der Kirchenfabrik Heilig Kreuz beauftragt, neue Skulpturen für das gerade restaurierte Gebäude zu schaffen. 1849 legte er ein Modell für den Altar zu Ehren des hl. Hubertus vor, das später ausgeführt werden sollte. Die Statue des Heiligen sollte wie in einem Schmuckkästchen im prunkvollen Zentrum Platz finden, umgeben von Reliefs, die die wichtigsten Ereignisse aus seinem Leben zeigen. 

An der Spitze, der Höhepunkt im Leben des Heiligen: seine Bekehrung. Er selbst liegt am Fuße des Altars mit seinen Attributen des Amtes, der Mitra und dem Krummstab. Das Buch, das er traditionell in der Hand hält, wird unter seinem Kopf platziert. Der Schlüssel des hl. Hubertus, der in seiner rechten Hand dargestellt ist, wird in der Schatzkammer der Kathedrale von Lüttich ausgestellt. 

Der Künstler ließ sich von den Fialen, Arkaden und Baldachinen mittelalterlicher Kathedralen inspirieren, die den Eindruck von himmelwärts gerichteten Pfeilen vermitteln. Das Modell zeugt von der Vorliebe des 19. Jahrhunderts für die Ästhetik der Zeit der Kathedralen, die idealisierte Gotik des 13. Jahrhunderts. In Lüttich finden sich noch heute imposante Zeugnisse dieser Stilepoche, die unter dem Namen Neugotik bekannt ist. 

Dieser Altarentwurf wurde nie umgesetzt. Es blieb bei einer Skizze – einem in Form gegossenen Traum, für die Ewigkeit festgehalten.

Christelle Schoonbroodt
Konservatorin der Abteilung für religiöse und maasländische Kunst

Video zum Modell

 

La vidéo - Grand Curtius Liège

Leseempfehlungen 

Flavio Di Campli, „Maquette d’autel pour l’église Sainte-Croix à Liège“, in: Le Néo-gothique dans les collections du Musée d’Art religieux et d’Art mosan, Ausstellungskatalog, Lüttich, Museum für religiöse und maasländische Kunst, 1990, S. 74–76, Nr.°111. 

Philippe Joris, „ Aspects du patrimoine néogothique de l’église Sainte-Croix à Liège“, in:  Actes du sixième Congrès de l’Association des cercles francophones d’histoire et d’archéologie de Belgique, Mons, S. 931–940. 

Aufstellungsort – Exponat des Monats

Das Ausstellungsstück ist im Schaukasten des Exponats des Monats zu sehen. Eingangsbereich des Museums Grand Curtius in Lüttich.

Bildlegenden

Werke von Jean-Joseph Halleux in den Sammlungen der Museen der Stadt Lüttich

© Stadt Lüttich – Grand Curtius